Eine Tradition lebt – Publikumsmagnet Märchenbeleuchtung

In Dennach werden Träume wahr

Neuenbürg-Dennach. Wenn gestandene Männer mit Gebrüll durch Dennach ziehen, mächtig Staub aufwirbeln und mit einer großen Lanze bewaffnet ein Ungeheuer in Form eines Hasen jagen, man die Hexe hört sich fragen, „wer klopfet an mein Knusperhäuschen“ und die schlimmsten Lausbuben zwischen Schwann und Dobel als Max und Moritz Onkel Fritz einen Streich spielen, dann ist man mitten drinn bei der Dennacher Märchenbeleuchtung. Wer kennt sie nicht die Figuren aus der Märchenwelt der Gebrüder Grimm, von Wilhelm Hauff, Astrid Lindgren, Hans Andersen und von Wilhelm Busch, sind sie doch Bestandteil zahlreicher „Gute Nacht Geschichten“. Seit mehr als sechs Jahrzehnten werden im Neuenbürger Höhenstadtteil Jahr für Jahr die Märchen neu zum Leben erweckt und Dennach zum Publikumsmagnet eines lebendigen Märchendorfs, das nicht nur die kleinen Besucher in den Bann zieht. Und es werden jährlich immer mehr. „Es hat sich eben längst in der Region herumgesprochen“, bekräftigte Tina Diener, die zusammen mit Susanne Kruschel und Heike Klaus dem Orga-Team angehört. Erfreulich auch, dass unter den Besuchern viele „Neue“ waren, die auf Anhieb nicht nur von der mit tausenden Lichtern illuminierten Atmosphäre rund um das Schulhaus, fasziniert waren. Gut angekommen ist auch der Festplatz als eine Art „offenerer Marktplatz“, ergänzte Diener. Aufgeführt wurden die Märchen an den beiden Tagen von knapp 120 Darstellern im Alter von fünf bis 63 Jahren. Und alle sind mit Herzblut dabei und haben ihre Rollen perfekt einstudiert. Es wäre allerdings auch gut und gerne noch Platz für das ein oder andere Märchen gewesen, doch nach Aussage des Orga-Teams, gab erstmals eine kleine „Besetzungsnot“. Vielleicht wurde ja der ein oder andere Besucher angespornt, sich zukünftig bei dem märchenhaften Treiben ebenfalls einzubringen, „die Türen stehen offen“, bekräftigte Diener augenzwinkernd. Einer, ohne den die Märchenaufführungen kaum denkbar sind, ist Karlheinz Ochner, der sich wie viele andere auch, seit zig Jahren nicht nur als Hexe bei „Hänsel und Gretel“ einbringt. In Dennach werden eben Träume war, wenn Mädchen in Rollen wie Rotkäppchen oder Schneewittchen schlüpfen oder die Jungs die Streiche eines Pumuckels oder der Bremer Stadtmusikannten aufführen. Und dass bei den Aufführungen auch gesungen und musiziert wird, wurde verdeutlicht beim „Rattenfänger von Hammeln“ und dem „Dschungelbuch“, wo zum Ausdruck gebracht wurde, „dass mit Gemütlichkeit auch das Glück sich einstellt“. Seit Wochen hatte nicht nur das Orga-Trio alle Hände voll zu tun um Kostüme zu flicken, waschen und bügeln und Anspiele auszuarbeiten. Eingebracht haben sich auch zahlreiche Helfer der Dennacher Festgemeinschaft, die sich seit Jahren als Veranstalter auszeichnet, denn schließlich wollte man auch im Jubiläumsjahr - 650 Jahre Dennach - , bei der traumhaften Märchenwelt mit einem Rahmenprogramm glänzen. Das musikalische Unterhaltungsprogramm mit Rock-Pop- und Schlagermelodien gestalteten neben dem Duo „Sydney“ auch der Musikverein „Lyra“. Ein Vergnügungspark rundete das vielfältige Angebot für Groß und Klein ab.

 

(Text: Jürgen Keller)

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